sensomotorisch perzeptiv

 

Definition

Sensomotorisch – perzeptiv, was bedeutet dies Wort eigentlich?

Senso kommt von Sensorik, also Wahrnehmung. Unterschieden werden kann zwischen dem, was außerhalb des eigenen Körpers geschieht (z. B. was man sieht) und was sich innerhalb des Köpers abspielt (beim Achterbahn fahren oder beim Liegen im Dunkeln)

Motorik  – Bewegungstechnik (Bewegung und deren Qualität)

Perzeption – hier ist die unbewusste Wahrnehmung eines Lebewesens gemeint. Gemeint ist der ganz eigene Filter eines Menschen (z.B. durch körperliche Voraussetzungen oder emotionale Erfahrungen, die er gemacht hat).

Unter Sensomotorisch – perzeptiv ist also das Zusammenspiel der wahrnehmenden Nerveneindrücke (Afferenzen= sensorisch) und der ausführenden Nervenimpulse (Efferenzen = motorisch) in dem ganz individuellen, unbewusstem Wahrnehmungs-Kontext des Empfängers (perzeptiv) gemeint.

Zur Anwendung kommt die Sensomotorisch –  perzeptive Behandlung

bei Funktionsstörungen

  • der Körperhaltung, Körperbewegung und Koordination aber auch den daraus folgenden Verhaltensunsicherheiten (Grobmotorik, Feinmotorik, Koordination, Gleichgewicht, soziale Unsicherheiten, Unfallgefahr).
  • der Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung ( das funktionelle Hören aber auch der Hörwahrnehmung, genauso das Sehen und die visuelle Wahrnehmung, Körperwahrnehmung, Umfeldwahrnehmung)

 

Spezielle Maßnahmen können sein:

  • Wahrnehmungsfördernde Behandlungsmethoden, z.B. nach Perfetti, Frostig,  Affolter, Selbstreflektion (Körper, Emotionen)
  • Stimulation, Stabilisierung und Differenzierung der basalen, sensomotorischen oder  emotionalen Fähigkeiten, z. B. nach Fröhlich, Petermann/Petermann
  • Förderung der sensorischen Integration (sehen, hören tasten, schmecken, riechen, Gleichgewicht, Muskelspannung)
  • funktionelle, handwerkliche, spielerische, gestalterische Behandlungstechniken
  • Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage, z. B. nach Bobath
  • Graphomotorisches Training